Dienstag, 1. September 2015

Tschüssi Sommer! Abschied mit Pangea, Subbotnik und Mückenstichen


So, jetzt wird's Herbst. Ab jetzt ist meine weinrote Mode wieder jahreszeitlich korrekt, Beachbody unwichtig und die heimatliche Heißgetränkeauswahl quantitativ höher. Ist mir egal, wenn hier noch jemand auf den Altweibersommer hofft - das ist bloß was für Leute, die nicht loslassen können.

Das letzte August-Sommer-Wochenende wurde genau deshalb nun mit einem Festivalbesuch garniert (gibt es eigentlich das Wort "abzelten"?). Die Rostocker Surpreme-Surfshop-Crew hat dieses Jahr das dritte Pangea-Festival am Bodden in der Nähe von Ribnitz auf die Beine gestellt.
Hier tummelten sich von Donnerstag bis Sonntag um die 5.000 Besucher*innen mit 'ner Menge Sport, Musik und Spaß. Und Mücken. Oder auch Wespen. An sich war das Festivalgelände wirklich schön hergerichtet. Alle paar Meter wurde man kreativ und vor allem aktiv herausgefordert - dementsprechend oft wurde man auch von Krankenwagen oder humpelnden Pangeaner*innen beiseite gescheucht. Die Musik bewegte sich zwischen "Ok Electro, ich geh schon mal was essen" und Bühnenacts mit Gänsehaut-Feeling. (Ja, natürlich ist das ein subjektiver Beitrag!) Persönliches Highlight war der Auftritt von den Rostocker Subbotnik Bubis, die mit 'ner Menge Boom, Party und HipHop junge Mädchenherzen höher schlagen ließen, hier ein Gruß an die Schülerin Laura. Das Konzert der Jungs hatte mehrere überraschende Höhepunkte, als sie abwechselnd von Marlow & Menia und auch Mauler supportet wurden. EH EH EEEHHH -  schön wieder Ohrwurm bis zum nächsten Morgen gehabt.

privat

Ansonsten habe ich mich gut ums Sportmachen gedrückt: Fahrende/Schwimmende Boards finde ich sehr dangerous, Sport-Hockern verstehe ich nicht und für 'n Parcour war ich zu faul. Aber ich habe einen Sushi-Fight gewonnen!

privat

Nicht so cool: Verpflegung war teuer. Natürlich dürfen frische Falafel, Smoothies, tolle Pommes und Burger auch mehr kosten als mitgebrachte Dosen-Ravioli. Aber wenn ich von einem 5 Euro Essen nicht satt werde, wegen so 'ner kleinen Snack-Portion, und 2 Stunden später schon wieder auf Futtersuche gehe - uncool! Die gebotenen Mahlzeiten waren wirklich sehr klein, manchmal nur 'ne halbe Portion für den gleichen Preis wie im Laden in Rostock. Hm, nächstes Mal also lieber mehr eigenes Futter mitbringen.

Und richtig, richtig schiete: Auf dem Festival-Gelände sollte man in Pangøe statt Euro zahlen. Natürlich ist das keine Neuerfindung, und für ein überschaubares Festival wie Pangea mag der Spaß im Vergleich zum Aufwand für die Crew lohnenswert sein - für mich nicht. Mit dem Ticketkauf finanziert man quasi diesen Plastikschrott.In 10er Schritten tauscht man 1:1 den Euro in vorgestanzte Plastikmarken, die nicht wiederverwertbar sind. Nicht mal wiederverwendbar, sobald man sie aus der Perforation gelöst hat und das Festival vorbei ist. Im günstigsten Fall schmeißt man sich mit anderen Pangeaner*innen zusammen für einen fairen Rücktausch am Ende des Wochenendes, wenn man selbst nicht auf 10 Pangøe kommt. Im teuersten Fall muss ich 1 - 9 Pangøe aufbrauchen oder verkommen lassen. Und gleichzeitig habe ich noch Müll produziert. Besonders letzterer Punkt sollte gründlich überdacht werden, vielleicht gibt es einen umweltfreundlichen Weg für diese Kultur? Darüber würden sich sicher viele Seelen freuen.

Fazit: Es war eine schöne, kurze Zeit. Für zwei Nächte kuschelig mit dem allerbesten Freund auf der Welt im Zelt nächtigen, tagsüber mit Freunden von früh bis spät Quatsch machen. Und sonntags stets die Vorfreude auf eine warme Dusche... Wenn nächstes Jahr die Währungsfrage geklärt ist, würde ich sehr, sehr gerne wieder kommen.

Tja, Sommer... Adieu! Du hattest sehr schöne und sehr traurige Tage. Und jetzt hau ab.

Denn ich freue mich schon auf Herbst. Im Gegensatz zu den anderen Jahreszeiten, werde ich von dieser nie enttäuscht: Ich gehe vom verdrießlichen Herbstwetter aus, und wenn die Sonne doch scheint und es trocken ist, dann ist das außergewöhnlich schön. Außerdem wird es auf Arbeit ruhiger und ich kann den Feierabend wieder pünktlich genießen und den Hobbys frönen. Sehr gut.

1 Kommentar:

Danke!